(Android-)Smartphones sind Mist

Warnung: Kann Spuren von Poesie enthalten.

Eigentlich ist der Titel irreführend, denn mich nerven in der Regel nicht die Smartphones, sondern die Industrie, die sich darum entwickelt hat. Es nervt mich abgrundtief, dass ich nicht weiß, welches Smartphone ich kaufen soll. Und dabei geht es mir an dieser Stelle nicht einmal um die Wahl zwischen Android und iOS oder dem millionsten Feature, was eh kein Mensch braucht. Ich rede von etwas anderem, nämlich von den Updates.

Bei Android-Smartphones ist das altbekannte Trauerspiel. Im Halbjahrestakt wird ein neues Smartphone veröffentlicht. Und auch wenn die Geräte technisch kaum anders sind als ihre Vorgänger, so ist das Vorgängermodell für den Hersteller bereits auf dem Abstellgleis. Heißt für mich als Kunden: Es ist ein reines Glücksspiel, ob ich die nächste Android-Version überhaupt bekomme. Ja, Android bietet den Vorteil der Custom Roms, aber muss das denn sein? Muss man dem Kunden wirklich zumuten, dass er sich selbst oder von einem Bekannten das System neu aufspielen lassen muss? Nur damit, und das ist der Kernaspekt bei System-Updates, das System bezüglich Patches wieder auf dem neuesten Stand ist? Wie soll ich das Menschen erklären, die sich nicht in der Techblase aufhalten?

Mir geht es ja nicht einmal um irgendwelche Features (Split-Screen, etc.), mir geht es wirklich nur um die Sicherheitsupdates. Die möchte ich mindestens zwei Jahre haben, wenn ich mehr Features haben will, kann ich mir notfalls immer noch ein anderes Gerät oder eine andere ROM holen.
Lange Zeit waren die Nexus-Geräte von Google der Tipp für den langanhaltenden Support. Aber Google dachte sich so: Nö, auf der Erde gibt's noch genug Ressourcen, lass mal regelmäßig neue Geräte veröffentlichen und den Support nach kurzer Zeit einstellen. Sorry, da kann ich mir nur an den Kopf fassen.

Bei iOS sieht die Situation anders aus. Es gibt regelmäßige Updates, die auch ohne Umwege über den Provider direkt beim Nutzer ankommen. Find ich sehr gut. Man kann tatsächlich davon ausgehen, dass ein neugekauftes Gerät mindestens für zwei Jahren mit Updates versorgt wird. Diese Qualität lässt man sich allerdings auch gut bezahlen. Ansonsten gibt es noch die Verschwörung mit der geplanten Verlangsamung durch Updates. Und auch wenn ich das gleiche Gefühl damals hatte (zu Zeiten des iPod Touch 4G), kann sich das inzwischen geändert haben.

In punkto Nachhaltigkeit hat iOS also um Weiten die Nase vorn. Vor einiger Zeit gab es ja noch ein drittes System, welches mit Kacheln arbeitete und ebenfalls ne sehr gute Update-Politik pflegte, nun aber tot ist. Und ja, ich würde mir jederzeit wieder ein Windows Phone kaufen, aber nur, wenn das System von oben bis unten durchdacht ist und nicht ein großer Haufen Schrott.

Empfehlungen

Ab und an werde ich gefragt, welches Smartphone ich denn empfehlen würde. Und eigentlich brauche ich da nichts weiter zu sagen, denn René von Mobiflip hat dies bereits getan:

Ja, der Schlüssel ist immer noch, nach all den Jahren, ein Smartphone muss zum Nutzer passen. So simpel, so bekannt und so oft vernachlässigt. Genau so, wie ein Mobilfunktarif, ein Auto oder sonst was zu einem Nutzer passen muss, sollte es eben auch ein Mobiltelefon. Was willst du damit machen? Was ist dir wichtig? Wieviel willst du ausgeben? Wenn andere uns um Rat fragen, haben wir sofort diese Fragen auf den Lippen und das ist auch richtig so.

Und ja, das ist alles, was ich dazu sagen möchte. Ansonsten gebe ich gerne noch folgenden Ratschlag mit auf den Weg:

Legst du Wert auf Sicherheit,
ist es zum iPhone nicht sehr weit.

Ist es dir egal,
ist Android die Wahl.

Und kannst' dich nicht entscheiden,
so lass es lieber bleiben.

Und bevor die Fanboys aus ihren Löchern kriechen. Nein, ich werde nicht von Apple gesponsert. Ich besitze nicht einmal ein Apple-Produkt. Ich bin hauptsächlich im Windows-Universum unterwegs und werde von einem OnePlus One (CyanogenMod basierend auf Android 6.o) begleitet.

Windows Phone/Mobile

Eigentlich wollte ich auf das tote (ja, es ist tot) System nicht weiter eingehen, aber ganz ohne geht es nicht. Windows Phone ist und bleibt eine großartige Idee, die leider am undurchdachten Konzept gescheitert ist. Sollte Microsoft es noch einmal versuchen, bin ich möglicherweise wieder dabei. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg, ein Weg, der möglicherweise für immer unberührt bleiben wird.

Fazit

Android ist 'n schönes System,
wäre da nicht das Update-Problem.

Willst du viele Updates haben,
so bist' mit iOS gut beraten.

Und ist dir beides piepegal,
ist Windows Phone die Wahl.

Spaß beiseite. Ich wünsche mir doch nichts weiter als eine Ausweitung der gesetzlichen Gewährleistung, die Updates miteinschließt. EU-weit und mit hohen Bußgeldern. Allein zwei Jahre Updates sind in der Android-Welt schon eine verdammte Seltenheit. Würde eine solche Regelung konsequent durchgesetzt, zweifle ich an, dass sich die Hersteller monatlich irgendein Gerät auf den Markt werfen, denn Updates will keiner dafür veröffentlichen. Alleine die Vorstellung, dass selbst das 200€-Billig-Smartphone für zwei Jahre mit Updates versorgt werden würde, ist momentan reine Utopie, wäre aber machbar.

Und Hand auf's Herz: Wir sind als Kunden nicht konsequent genug, wenn es darum geht, die Hersteller zu mehr Nachhaltigkeit zu zwingen. Irgendjemand schmeißt das gleiche Telefon mit besserer Frontkamera auf den Markt und die Leute kaufen es. Das freut Hersteller und Investoren, allerdings weder die Menschen, die unsere Telefone in Billiglohnländern zusammenbauen, noch die Umwelt.

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